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„Wie gefährlich sind behandelte forensische Patienten (§ 63 StGB)?“

Prof. Dr. med. Dieter Seifert referiert im Rahmen des Arnsdorfer Kolloquiums zur Frage der Effektivität der Behandlung psychisch kranker Rechtsbrecher. Diese richtet sich weniger auf die Veränderung des Gesundheitszustandes der Patienten (laut Gesetzestext „Besserung“), sondern primär auf den Aspekt der Sicherheit.
Als entscheidendes Messkriterium wird die Deliktfreiheit definiert, also die erste Frage lautet: „Wird er es wieder tun?“
Anhand der bislang einzigen deutschen prospektiven Langzeitstudie konnte nun gezeigt werden, dass die Unterbringung in einer forensischen Klinik durchaus ihr gesetzlich vorgeschriebenes Hauptziel erreicht. 
Bei Betrachtung eines langen Katamnesezeitraums (im Mittel 16,5 Jahre nach der Entlassung; N= 321) kommt es bei nahezu 85 % der behandelten Patienten zu keinem weiteren Freiheitsentzug.
Im Vergleich zu den Rückfalldaten im Regelvollzug bedeutet dies ein signifikant besseres Ergebnis.
Neben dieser globalen Feststellung bedarf es für eine individuelle Gefährlich- keitseinschätzung gleichwohl einer detaillierten Betrachtung, da Art und Häufigkeit erneuter Delinquenz je nach Untergruppen teils erheblich variieren. Hierauf sowie die unterschiedlichen Wirkfaktoren und die Notwendigkeit weiterführender wissenschaftlicher Untersuchungen, u.a. zur Identifizierung der „Hochrisikogruppe“, soll im Vortrag eingegangen werden.

Hier finden Sie die Einladung.

28.04.2020

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