Rehabilitativ orientierte Station

Ziel unserer Rehabilitationsstation ist die Reintegration der Patienten in die soziale Gemeinschaft. Dies kann heißen mit höchstmöglicher Selbstständigkeit in eine eigene Wohnung, in das Betreute Wohnen, in eine Maßnahme wie BFW, BBW oder RPK, in eine Außenwohngruppe oder in ein Wohnheim. Wiedererlangung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, welche unter professioneller Betreuung trainiert werden können, haben höchste Priorität. Neben einem hohen Anteil von schizophren erkrankten Patienten (neu oder chronisch) werden auch Patienten mit affektiven Störungen als auch mit leichten geistigen Behinderungen behandelt, welche das Modell des „normalen Verhaltens“ benötigen.

Die Station wird grundsätzlich offen geführt und verfügt über 20 Betten sowie 1-2 integrierte Tagesklinikplätze. 12 Patienten sind in Ein- bis Zweibettzimmern mit jeweils dazugehöriger Sanitäreinheit untergebracht. Im Dachgeschoss befinden sich 8 Miniappartments zur Einzelnutzung. Hier werden zur Vorbereitung des Lebens in der Häuslichkeit höhere Anforderungen an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gestellt (Zimmer reinigen, Wäsche waschen, Einkaufs- und Kochtraining, Exkursionsplanung…). Große und helle Gemeinschaftsräume sind vorhanden. Nach einem ausführlichen Aufnahmegespräch durch den Arzt oder Psychologen, einer körperlichen Untersuchung sowie einer Blutentnahme steht bei Bedarf umfangreiche Diagnostik mit EKG, EEG, CT oder MRT als auch die Nervenwasserentnahme (Lumbalpunktion) zur Verfügung. Einen hohen Stellenwert hat die psychometrische Diagnostik, wobei im Zusammenhang mit der Zentralen Ergotherapie (bis 6 Stunden Belastung/Tag möglich) eine Erprobung der Belastbarkeit erfolgen und durch die Psychologin die Eignung für bestimmte Tätigkeiten abgeklärt werden kann. Bei Bedarf werden andere Fachärzte konsiliarisch herangezogen.

Einmal wöchentlich finden eine Stations- und Oberarztvisite (diese als Patientenkonferenz mit den Therapeuten am Tisch) statt. Die Patienten werden im Rahmen eines individuellen Behandlungsplans medikamentös aber auch mit nichtmedikamentösen Therapieverfahren wie Licht- und Wachtherapie oder der Elektrokonvulsionstherapie (EKT) behandelt. Psychologisch geleitete Gruppen- und Einzeltherapien gehören ebenso zum Behandlungsplan wie Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, Musik- und Kunsttherapie, Physiotherapie sowie Morgenspaziergang. Die ganze breite Palette der Ergotherapie wird auch auf der Station selbst angeboten.

Auf der Rehabilitationsstation steht die Förderung kognitiver und sozialer Fähigkeiten im simulierten Lebensumfeld im Vordergrund. Es handelt sich um bewusst gelebte Normalität im beschützten Milieu, wobei auf ausreichende Anforderungen aber auch auf den Schutz vor Überforderung geachtet wird. Eine medikamentöse Feineinstellung unter erhöhter Belastung ist so möglich.

Vereinbaren Sie jederzeit individuelle Gesprächstermine mit dem behandelnden Arzt, Psychologen oder Sozialpädagogen.

Unsere Sozialarbeiterin berät Patienten und Angehörige über Reintegrationsangebote, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Vorsorgevollmacht, gesetzliche Betreuung und unterstützt beratend bei Kontakten zu Behörden als auch der Suche nach passenden Einrichtungen oder einer Wohnung.

Besuche sind täglich zwischen 15.00 und 18.00 Uhr sowie nach Vereinbarung möglich.

Die Behandlungskosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Bei privatversicherten Patienten ist eine Rücksprache mit der Krankenkasse sinnvoll. Einweisende Ärzte wenden sich bitte telefonisch an die Station B1/2 (035200 26-3052) oder an unsere psychiatrische Institutsambulanz (035200 26-2901).