Suchtmedizin
Unsere Klinik verfügt über drei spezialisierte Stationen für die Behandlung stoffgebundener Abhängigkeitserkrankungen. Die Aufnahme erfolgt in der Regel elektiv über unser Belegungsmanagement (Tel. 035200 26 2202), aber auch als Verlegung aus anderen Kliniken oder hausintern, v.a. von den Akutstationen.
Es finden sich insgesamt 54 Behandlungsplätze, davon 20 auf A6/1 und jeweils 17 auf A6/2 und A6/3.
Die Station A6/1 führt qualifizierte Entzugsbehandlungen mit dem Schwerpunkt auf illegale Drogen durch, ebenso werden dort Patienten mit einer Cannabinoid-Abhängigkeit behandelt. Auf der Station A6/2 liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung von Doppeldiagnosen, v.a. aus dem Spektrum Abhängigkeitserkrankung und Psychose/ Schizophrenie. Die Station bietet ebenso je nach Kapazität Behandlungsplätze bei Cannabinoid- und/ oder Alkohol-Abhängigkeit an. Die Stationen A6/1 und A6/2 sind beschützend geführte Stationen mit geschlossener Tür. Die Behandlung findet auf freiwilliger Basis statt, kann aber auch im Rahmen einer betreuungsrechtlichen Unterbringung durchgeführt werden. Auf Station A6/3 liegt der Schwerpunkt auf der qualifizierten Entzugsbehandlung bei Alkohol- und/ oder Medikamenten-Abhängigkeit. Die Station ist offen geführt.
Während der gesamten Behandlungszeit werden Patienten ärztlich, psychotherapeutisch, fachpflegerisch und co-therapeutisch begleitet. Wenn erforderlich, werden Medikamente eingesetzt, um Entzugserscheinungen zu lindern und Komplikationen im Entzug zu vermeiden. Für Patienten mit Heroin-Abhängigkeit steht auf Station A6/1 ein Substitut-gestützter Entzug zur Verfügung, im Bereich der Alkoholabhängigkeit auf Station A6/3 werden spezifische Medikamente zur Rückfallverhinderung regelhaft eingesetzt. Wichtiger Bestandteil der qualifizierten Entzugsbehandlung ist die psychotherapeutische Behandlung in Einzel- und Gruppentherapien, in welchen u.a. bewusst gemacht werden soll, was Abhängigkeit ist (Psychoedukation), wie man mit ihr umgehen kann (Bewältigung/ Skills) und was Abstinenz als mögliche Lebensform bedeuten kann. Ebenso bedeutsam ist die Untersuchung auf weitere psychische Erkrankungen, wie sie bei klinischem Verdacht multiprofessionell durchgeführt wird, da regelhaft unbehandelte, weil unentdeckte, weitere psychische Erkrankungen das Erreichen oder Halten einer Abstinenz deutlich erschweren können. Sogenannte Komorbiditäten finden sich oft aus dem Spektrum der Angsterkrankungen und Depressionen, aber auch Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen oder ADHS werden adressiert.
Ein wichtiger Therapiebaustein ist die Aufklärung über weiterführende Therapie- und Hilfeangebote nach dem stationären Aufenthalt. Der Kontaktaufbau zu einer ambulanten Suchtberatungs- und -behandlungsstelle ist vorgesehen, Selbsthilfegruppen stellen sich regelmäßig in der Klinik vor. Bei der Klärung wichtiger sozialer Belange kann ebenso individuell Unterstützung erfolgen, wie bei der Vorbereitung von Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation, den so genannten Entwöhnungsbehandlungen. Desweiteren wird der Gesundungsprozess durch regelmäßige Bewegungs- und Physiotherapie, verschiedene Möglichkeiten der Ergo-, Musik- und Kunsttherapie sowie tiergestützte Therapie unterstützt.
Nach Abschluss der Behandlung erfolgt die Entlassung in der Regel zurück in die Häuslichkeit bzw. in das ambulante Behandlungssetting. Im individuellen Fall kann eine Direktverlegung zur Entwöhnungsbehandlung, oder hausintern auf spezialisierte Stationen ermöglicht werden. Wir bieten zudem elektive Wiederaufnahmen im Rahmen eines Intervall-Behandlungskonzeptes an, unter anderem um die Fähigkeit zur Abstinenz zu prüfen, diese zu sichern/ zu stärken oder zur zeitlichen Überbrückung bei langer Wartezeit bis zur Entwöhnungsbehandlung.
Im Rahmen der psychiatrischen Institutsambulanz (PiA) steht des weiteren eine Sprechstunde für abhängigkeitserkrankte Patienten zur Verfügung, der Aufbau einer Substitutionsambulanz ist in Arbeit.
