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Suchtbehandlung - Schutz oder Strafe? - Wenn Hilfe in Zwang umschlägt - Fortbildung am 24. September
Wir laden Sie herzlich zur diesjährigen Fachtagung des sächsischen Fortbildungsverbundes für Kinder- und Jugendpsychiatrie ein. In diesem Jahr lenken wir den Blick im Rahmen des institutionellen Kinderschutzes auf ein hochkomplexes und emotional geladenes Arbeitsfeld: den Umgang mit konsumierenden jungen Menschen und die kritische Rolle von Reglementierung und Zwang in der Therapie.
Wenn junge Menschen legale oder illegale Drogen konsumieren und in schwere Krisen geraten, ist das gesamte Hilfesystem gefordert. Die Kette reicht von der Erstversorgung durch Rettungskräfte und dem Krisenmanagement in den Notaufnahmen über die suchtspezifische Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bis hin zur langfristigen Begleitung ambulant oder in den Wohngruppen der Jugendhilfe. An all diesen Schnittstellen brauchen wir nicht nur fundiertes Fachwissen, sondern vor allem eine abgestimmte Kommunikation, um die Beziehung / den Kontakt zu jungen Menschen in hochriskanten Lebensphasen nicht zu verlieren, sondern ihnen tragfähige Angebote zu machen.
Abhängigkeitserkrankungen im Jugendalter fordern uns als Behandelnde, Institutionen und Gesetzgeber gleichermaßen heraus. Oft führt der dringende Impuls, Schaden abzuwenden, in akuten Gefährdungssituationen zur Forderung restriktiver oder freiheitsentziehender Maßnahmen. Doch die Psychotherapieforschung zeigt deutlich: Nachhaltige Veränderung lässt sich nicht erzwingen. Zwang erweist sich in der Behandlung Konsumierender oft als wirkungslos oder sogar schädlich für die psychische Entwicklung. Dieser Fachtag widmet sich daher der dringenden Frage, wie wir die Balance zwischen notwendigem Schutz und einer therapeutischen Haltung wahren, die auf Beziehungsarbeit, Freiwilligkeit und Motivation statt auf Druck setzt.
Die Veranstaltung versteht sich als interdisziplinäre Plattform für einen offenen, kritischen Austausch. Sie richtet sich an ärztliches, therapeutisches, pflegerisches und pädagogisches Fachpersonal aus Klinik und Jugendhilfe ebenso wie an Mitarbeitende der Jugendämter, Kräfte des Rettungsdienstes sowie Akteure aus der Familienjustiz und Verfahrenspflege.
Die wissenschaftliche Leitung liegt in den Händen von Herrn Dr. Oude-Aost, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf. Gemeinsam mit geladenen Expertinnen und Experten freuen wir uns darauf, dieses spannungsreiche Thema fundiert und praxisnah mit Ihnen zu diskutieren.
Teilnahmegebühr 65 €
Bitte beachten Sie die eingeschränkten Parkmöglichkeiten im Krankenhausgelände. Im Ortskern Arnsdorf, Markt ist ein kostenfreier öffentlicher Parkplatz, aber auch am Bahnhof, Haltestelle Arnsdorf gibt es kostenfreie Parkmöglichkeiten. Fußläufig ist der Veranstaltungsort je in ca. 15 min zu erreichen.
Anmeldung
Donnerstag 24.09.2026 07:45 - 16:30 Uhr
Veranstaltungsort
Kulturhaus, SKH Arnsdorf, Hufelandstraße 15, 01477 Arnsdorf bei Dresden
24.09.2026
